44 Jahre Ev. Martin-Luther Kirchengemeinde Holm-Seppensen

Die ev.-luth. Kirchengemeinde Holm-Seppensen wurde am 1. Januar 1977 selbstständig. Zuvor war Holm-Seppensen ein Pfarrbezirk der Kirchengemeinde Handeloh. Zur Kirchengemeinde umfasste die drei Wohngebiete Holm-Seppensen, Holm und Seppensen Schon bei ihrer Gründung war die Kirchengemeinde mit einem Gemeindehaus ausgestattet, dass im Grundriss dem heutigen ähnelt. Dafür hatte der Pastor der Muttergemeinde Handeloh Werner Peters gesorgt. 1979 wurde das neue Pfarrhaus fertiggestellt. Der erste Pfarrstelleninhaber war seit Oktober 1978 bis zu seinem Ruhestand 1997 Pastor Klaus Lubig.
Durch den Kinderspielkreis, der seit1980 das Gemeindehaus mit Leben füllte, bekam die Kirchengemeinde Kontakt zu den vielen jungen Familien aus Holm-Seppensen. Später gab es über viele Jahre bis zu vier Eltern-Kind-Gruppen, in denen sich die Familien kennenlernen konnten. Der Handarbeitskreis und der Seniorentreff entwickelten sich. Es gab im Frühsommer eine Seniorenausfahrt. Der Basar, später Martinsmarkt im Spätherbst wurde zum alljährlichen Treffpunkt für viele Besucher. Von Anfang an wurde der Kontakt zu Kirchengemeinde Wachau bei Leipzig in der damaligen DDR gepflegt. Viele Jahre gab es einen Singkreis unter der Leitung von Dieter Christoffers, der zudem 40 Jahre lang im Gottesdienst die Orgel spielte. Heute singt in unserer Kirche mit den Malusingers ein Gospelchor.

Als das Gemeindehaus 1974 eingeweiht worden war, lag es verborgen in einem Birken und Kiefernwäldchen im Weg zur Mühle. Es stieg das Bedürfnis auch äußerlich als Kirche sichtbarer zu werden. Das führte in den letzten 40 Jahren der Kirchengemeinde immer wieder zu Bautätigkeit. Man baute einen kleinen Glockenturm und machte sich akustisch mit drei Glocken bemerkbar. Schon im März 1981 wurden die Glocken geweiht, um die Menschen zum Gottesdienst und zum Gebet zu rufen. Damit nicht genug mit viel Fleiß und Spendenaktionen konnte die Kirchengemeinde 1986 eine neue schmucke Orgel einweihen. Man gab sich auch selbstbewusst einen Namen und wurde die Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde Holm-Seppensen. Auch am Gemeindehaus bastelte der Kirchenvorstand weiter und renovierte es 1996 um es auf den Stand der Zeit zu bringen. Es sollte nicht die letzte Baumaßnahme bleiben.

Kirchengemeinde Holm Seppensen Gemeindehaus 1974 Als Flachbau Unter Bäumen

In die Zeit übernahm die Kirchengemeinde auch die Trägerschaft für den neuen Kindergarten am Schoolsolt, die der Kirchengemeinde auch viele neue Kontaktmöglichkeiten zu den vielen jungen Familien ermöglichte.
Der Nachfolger des ersten Gemeindepastor Pastor Klaus Lubig wurde dann ab 1997 Pastor Matthias Geilen. Viele Veranstaltungen wie Martinsmarkt wurden weitergeführt. Vermehrt wurden Andachten mit Kindern und Eltern des Kindergartens in der Kirche in Zusammenarbeit mit der Kindergartenleitung Ursula Friedrich gefördert. Neben Glaubenskursen und Bibeltreffen gab es über viele Jahre regelmäßig Familienkirche.
In der Konfirmandenarbeit wurde die Zusammenarbeit mit Nachbarkirchen gemeinden immer wichtiger und ein wichtiger Katalysator für die Arbeit der Ev. Jugend.
Und die Bautätigkeit blieb weiterhin ein Merkmal der Kirchengemeinde. So wurde dem Kirchenraum des Gemeindehauses ein Dach aufgesetzt. Der Kirchenraum von Leipziger Raumdesignern geplant und umgestaltet., zu einem sakralen Raum. Später wurde das „Portal“ der Kirche erneuert und nach dem Brand des Schuppens und der Garage ein neues Gemeindebüro eingerichtet. Diese Maßnahmen waren nur möglich dank einer Erbschaft von Renate Lange, die der Kirchengemeinde lange tief verbunden und sich ehrenamtlich über viele Jahre engagierte. Noch heute fördert die Renate-Lange-Stiftung die Gemeindearbeit der Martin-Luther-Kirche.
Möglich geworden sind diese Großprojekte aber auch durch die ehrenamtliche Vorbereitung und Betreuung der großen Baustelle durch unseren damaligen Kirchenvorstandsvorsitzenden Günter Prehn, der als Bauingenieur die Planungs-und Bauphase intensiv betreute.
Für die Zukunft der Kirchengemeinde wird die Zusammenarbeit mit den Ev.-luth. Nachbargemeinden in Buchholz immer wichtiger werden.
Jetzt in der Pandemie 2019/ 2020 ist vieles liegen geblieben. Die neueste Errungenschaft für unsere Kirche ist die Streammöglichkeit mit der eingebauten Videoanlage.

Anekdote aus alten Zeiten
Es war in der Zeit als Familien noch nach Jesteburg kommen mussten, per Pferdewagen oder zu Fuß, wenn sie in den Gottesdienst gehen wollten. So machte sich eine Familie aus Seppensen mit ihrem fast noch neugeborenen Kind auf einen Fußmarsch nach Jesteburg auf. Es war Winter, der Schnee war frisch gefallen. Ein anstrengender Weg, aber man war einiges gewohnt. Irgendwo auf dem Weg, möglicherweise in Reindorf, gab es eine warme Gaststube. Die Gesellschaft kehrte ein, das Kind musste gestillt werden, man nahm gehatvolle und aufwärmende Getränke zu sich. Es wurde eine lustige Runde. Irgendwann aber musste man wieder los und stapfte hurtig weiter bis zur Jesterburger Martinskirche. Die Taufe konnte beginnen. Aber, oh Schreck, was war das, der Säugling war nicht mehr da. Aufgewärmt und in guter Laune leichtsinnig geworden, hatte die Familie ihn auf der Bank der Gaststube am Wege liegen lassen. Die Taufe, so die Überlieferung, soll aber etwas verzögert doch noch stattgefunden haben.

Weitere Infos auf unserer Homepage: https://kirche-holm-seppensen.de/
Info zum Bild: Kirchengemeinde-Holm-Seppensen-Martin-Luther-Kirche-mit-Turm-und-Ziegeldach-2008