Hier gibt es einen kleinen Einblick in Geschichten, die in der Schreibwerkstatt nach dem Vernetzungstreffen am 28.05.2021 entstanden sind:

Text 1
Das Paket
Auf der Sandstraße vor meinem Haus spielen Kinder; ihre Kleidung, ihre Gesichter sind bunt wie die Blumen in meinem Garten. Auf dem Weg in die Küche fällt mir die plötzliche Stille auf. Es klingelt. „Endlich ist es da“, denke ich und laufe zur Haustür. Vor mir steht der Postbote und bittet mich mit hinaus zu kommen, das Paket sei zu groß, es passte gerade so in seinen Post-LKW. „Juchu“, jubelte ich, zum Erstaunen des Paketzustellers. Die Kinder standen draußen um das Paket auf der Laderampe des LKW herum, staunend ob der Größe des Pakets und etwas ängstlich. Auf dem Paket prangt in großen, roten Lettern: „Achtung-Vorsicht“! Aber genau darauf hatte ich gehofft. Es war nämlich ein Geschenk für die Kinder in meiner Straße darin. Jeden Tag erfüllten sie mit ihrem Lachen und Toben mein doch an manchen Tagen einsames Leben. Mit dem Teppichmesser bewaffnet gehe ich zum Paket und bitte die Kinder um ihre Aufmerksamkeit: „Weil ich mich so über euch freue, wenn ihr lacht, tobt, lebt; habe ich diese Überraschung bestellt. Holt alle Kinder der Straße. Ich habe DAS GESCHENK für euch. Fünf Minuten später starren zehn Kinder gebannt auf das Paket, immer noch still, ganz leise. „Bei 3! öffnen wir alle zusammen das Paket. 1-2-3!“. Mit lautem Geschrei stürzen sich die Kinder auf das Paket. Welch ein Jubel, als sich zeigt, dass ein großes Swimming-Pool zum Vorschein kommt. „Das ist für euch. Wir bauen es in meinem Vorgarten auf. Morgen kommen wir zusammen, Groß und Klein und bauen es gemeinsam auf, dann feiern wir ein großes Strandfest!“
Es wurde ein denkwürdiger Tag in unserer Nachbarschaft!

Text 2
Auf der Sandstraße vor meinem Haus spielen Kinder. Ihre Kleider, ihre Gesichter sind bunt wie im Sommer die Blumen in meinem Garten.
Auf dem Weg in die Küche fällt mir die plötzliche Stille auf. Es klingelt. Auf dem Weg zur Tür rasen meine Gedanken: Was ist passiert? Wer ist verletzt? Ich öffne die Tür.
Die Kinder standen vor meiner Haustür und trugen ein kleines Kätzchen auf dem Arm. Ein Kind bat um Hilfe, weil das Kätzchen sehr schwach und kränklich aussah. Ich lud die Kinder in meinen Garten ein. Dort tranken wir Limo und die Kinder bekamen noch ein Eis. Sie kamen gerade von ihrer Generalprobe von der Schultheateraufführung. Sie luden mich zur Theateraufführung ein. Das Kätzchen habe ich behalten und er ist jetzt ein großer Kater.Die Kinder besuchen mich und den Kater öfter.

Text 3
Auf der Sandstraße vor meinem Haus spielen Kinder. Ihre Kleider, ihre Gesichter sind bunt wie im Sommer die Blumen in meinem Garten.
Auf dem Weg in die Küche fällt mir die plötzliche Stille auf. Es klingelt. Auf dem Weg zur Tür rasen meine Gedanken: Was ist passiert? Wer ist verletzt? Ich öffne die Tür…
…und sehe in sechs fröhlich lächelnde Gesichter. Das kleinste Mädchen ganz vorne schaut mich an und fragt: “Riecht es bei Dir so lecker nach Plätzchen?”
Ich lache, vor Erleichterung, aber auch aus Freude über den unverhofften Besuch.
Es ist Adventszeit, die Gesichter der Kinder haben diesen besonderen Glanz in den Augen. Ich öffne die Tür noch ein Stück weiter und sage: “Ja, ich backe gerade Weihnachtskekse und in einer halben Stunde sind sie fertig. Ich würde vorschlagen, ihr geht nach Hause und holt eure Eltern. Ich koche derweil Tee, Kakao und Glühwein und in dreißig Minuten treffen wir uns in meinem Vorgarten!”
So wurde aus einem einfachen Klingeln ein zauberhafter nachbarschaftlicher Abend im Advent!

Info zum Foto: unsplash, Aaron Burden

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