Wart ihr schon mal im Frühling in Holm-Seppensen?

„Buchholz ist ja auch sehr schön, aber Holm-Seppensen“… sage ich zu unseren Freunden. Habe ich das vielleicht inzwischen zu oft gesagt? Denn neuerdings verdrehen sie so komisch die Augen, wenn ich mich in dieses Thema reinschwärme…

Naja, jedenfalls ist Holm-Seppensen im Frühling noch schöner. Alle Gärten schütteln ihre Winterschwere ab und erinnern sich zaghaft der vielen Farben, die in diesem besonderen Licht so hoffnungsfroh leuchten. Schwebend halten die Menschen einen kleinen Plausch auf der Straße, derweil die Vögel nach erschrockener Pause munter weiterzwitschern und die Hunde ungeduldig an den Leinen zerren. Die Kinder können nun gar nicht mehr stille halten, denn nach all den dick eingepackten Winterspielen ist es eine Wohltat für wachsende Beine, endlich wieder in leichtem Schuhzeug herumtollen zu können. Kinderlachen erfüllt die weiche Luft und auch die erste Frühlingssonne lässt sich nicht lumpen und gönnt dem Tag noch ein paar Minuten. Die Fische im Teich ziehen gemächlich ihre Kreise, scharf beobachtet von unserer Katze Aphrodite. Mit zuckendem Schwanz wechselt sie schließlich die Position, um endlich ihrem Alter Rechnung zu tragen und sich klagend ins Haus zurückzuziehen.

Mein Reinhard träumt derweil im Gartenpavillon mit seiner Havanna den Traum von immerwährender Wärme und Geborgenheit, um beim anschließenden Gartenrundgang gemächlich alle seine erwachenden Pflanzen nach der langen Winterpause zu begrüßen.

Nicht nur die Tage werden länger, auch die Nächte werden kürzer. Und schon wecken uns am Morgen – wie gehabt – die keckernden Elstern. Doch nun werden sie vom gemütlichen Gurren der Tauben begleitet. Das Grün vorm Fenster wird täglich grüner und treibt uns aus den Betten. Wir haben den Wald vor der Tür und so lockt mich die Natur zu einer morgendlichen Runde bis zum See an der Seppenser Mühle. Ich folge dem Ruf des Kuckucks um den See und singend frage ich immer wieder: „Kuckuck, sag mir doch – wie lang’ leb ich noch!“

Die Zeit scheint stillzustehen und ich schreite durch die Ewigkeit.

So könnte es immer bleiben…

Verfasserin: Angelika-Jette Mordek

Info zum Foto: unsplash, Daiga Ellaby

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