Die Sonnenstrahlen zeigen sich, fallen auf die Bäume und lassen die Blätter in einem deutlichen Goldgelb erscheinen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Ja, der Herbst hat sich angekündigt, hat angeklopft! Nun, das bringt mich, Eichhörnchen Kalle, auf eine tolle Idee! Hier, in dem Wildnisgarten, den ich seit meiner Geburt mit den Vögeln und auch mit zwei Mäusen bewohne, ist es mir heute zu laut! Warum wohl? Ganz in der Nähe, der Straße Hopfenberg, wird ein ehemaliges, altes Gasthaus-Gebäude, welches zur Stadt-Geschichte gehört, abgerissen – leider. Ein großer Bagger reißt das Haus, das alte Gestein, in voller Lautstärke nieder. Alles hat seine Zeit. Egal – ich möchte mal wieder die Stadt sehen, mal wieder durch die Buchholzer Bäume von Ast zu Ast hüpfen. Ich kenne zwar alles, aber es gibt sicher auch immer wieder Neues zu entdecken. Gedacht und auf geht’s zur Steinbecker Straße – Richtung Stadt. Weg aus meiner Wildnis-Heimat, über das Nachbargrundstück springe ich und lande vor dem Hinweisschild „Seniorenheim“. Warum ich das so genau weiß, liebe Leute, ich kann doch lesen! Ich bin nun mal ein besonderes Eichhörnchen! Schnell mal in die Fenster schauen, ob sich dort etwas bewegt. Richtig, jetzt zur Nachmittagszeit sitzen da ältere, fröhliche Menschen zusammen an einem großen Tisch und lassen sich Kuchen schmecken! Das ist gut! Weiter geht es hinunter zum Gelände der früheren Zivildienstschule, die längst fort ist und heutzutage in eine große Baustelle verwandelt wurde. Was ist da los? Ich bin zwar nicht neugierig, aber wissen möchte ich doch gerne alles! Große Lastkraftwagen, die mit viel Sand beladen sind, kommen von der Baustelle, und fahren wohl Richtung Steinbecker Straße. Es ist dort viel los! Nun springe ich durch den Wald an dem Krankenhaus-Bau mit dem zukünftigen Hubschrauber-Landeplatz vorbei zum Schützenplatz. Parken dort aber viele Autos! Die Auto-Menge sehe ich zum ersten Mal. Lieber springe ich durch die Bäume zur Waldschule hinunter – fast in eine lachende Kindergruppe hinein! Warum sind heute Nachmittag noch so viele Kinder da? Unterricht ist doch längst vorbei. Ganz vorsichtig verstecke ich mich im Gebüsch, spitze meine Ohren! Aha, ich höre, dass hier ein Kinder-Wettrennen stattfindet! Prima! Trotzdem, schnell weg und ab in den Stadtpark, direkt auf das kleine Häuschen zu, das von den Menschen auch Mausoleum genannt wird, weil dort die früheren Grundstück-Besitzer ihre letzte Ruhestätte für immer und ewig gefunden haben sollen – so habe ich es gehört. Ist nicht so mein Ding, denn durch die hohen Bäume sieht es fast ein wenig finster aus. Bloß weg, vielleicht gibt es hier sogar Gespenster – wer weiß? Was zeigt mir das nächste Straßenschild dazu an? Friedhofstraße – ach du meine Güte! Zack bumm durch Gärten hindurch – und schon bin ich fast in der City mit all den interessanten Geschäften! Ich sehe von weitem mehr Menschen laufen, mehr Autos fahren. Ich habe das City-Center erreicht und springe von einem Baum zum anderen, Richtung Stadtmitte. Ich kann von oben in die Breite Straße, in die Fussgängerzone mit Marktplatz schauen. Überall ist Leben! Kinder laufen quietschend lachend am Ufer des kleinen Stadtteiches entlang, Hundebesitzer führen ihre Hunde an der Leine spazieren, eben große und kleine Leute und auch noch Vierbeiner! Herrlich kunterbunt! Und die Sonnenstrahlen zeigen ihr Schmunzeln! Oben, in den Bäumen, genieße ich diese Lebendigkeit. Aber nun – ich will Neues sehen! Da fällt mein Blick auf einen hohen Turm mit einem kleinen spitzen Dach; das ist sie doch, die Kirche mit dem Kirchturm in aller Bedächtigkeit? Natürlich, die Kirche kenne ich doch auch schon längst. Da will ich aber wieder hin. Ich möchte mal wieder die Kirchturm-Uhr aus der Baum-Nähe betrachten. Mein Weg geht über Dachränder, kleine Bäume bis ich in den großen Bäumen neben der stattlichen Kirche Halt mache, um mir die Turmuhr anzusehen. Plötzlich, völlig unerwartet, höre ich laute Klang-Geräusche, ein Gemisch aus hohen und tiefen Tönen, gleichmäßig, immer wieder! Nein, das halten meine schmalen Ohren nicht aus! Ich muss fort! Ade, Kirchen-Bäume, ab Richtung Rathauspark! Haste nicht gesehen sause ich über den Rathaus-Parkplatz. Kleiner Zwischenstop an einer Rathaus-Tür mit einem kleinen Umschauen. Da entdecke ich sie, die kleine Figur über der Rathaus-Tür.
Wer soll das denn sein? Habe ich diese kleine Figur über diesen Eingang schon mal gesehen? Klar doch, es fällt mir wieder ein, das ist doch der „Kinderkönig“, der wie ein kleiner, aber tapferer Kerl in die Welt hinaus gehen will – diese Darstellung gibt die kleine Figur wieder. Entdeckt und Schluss mit Zwischenstop! Hinein in den Park, in die Bäume, über die Grasflächen hinweg. Wieder entdecke ich tobende, lachende Kinder und auch Erwachsene – ja, wo wohl? An Spielgeräten für das Klein-vVolk und an Sportgeräten für das Groß-Volk, also Kinder und Erwachsene können sich an Turn-Geräten in Bewegung setzen. Wer sich dann genug bewegt hat, mag vielleicht in Gemeinschaft ein Käffchen trinken oder ein Eis schlecken im kleinen Restaurant „Remise“. Auch nicht schlecht! So allmählich könnte ich, der Kalle, auch ein kleines Fresschen vertragen. Los, ab nach Hause, in den Wildnisgarten! Flugs wird wieder geflitzt durch die kleine Steinstraße, über die Schützenstraße, an der Tankstelle vorbei – und schon hat mich die Steinbecker Straße wieder! Von Baum zu Baum springen, dabei kurz mal wieder über Dächer turnen, am Krankenhaus, sogleich Seniorenheim vorbei und wieder durch die Gärten – kein Problem. Ist doch alles wohl bekannt. Ich habe es geschafft, bin zu Hause, in meinem Lebensbereich, gut und zufrieden angekommen. Stadt Buchholz, meine Heimat, wie gut, dass es dich so gibt!

Verfasserin: A. Jungk

Info zum Foto: unsplash, Alex Lauzon

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